AMANDUS KAHL ist bekannt für die hohe Qualität und Effizienz seiner maßgeschneiderten Anlagen. Um den Anforderungen des Marktes auch in Zukunft gerecht zu werden, hat das Reinbeker Maschinenbauunternehmen die Produktion seiner Ersatz- und Verschleißteile komplett umgekrempelt. „Unsere Maschinen zur Herstellung von Matrizen und Kollern waren mittlerweile in die Jahre gekommen und an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen“, sagt Jörn Meyer, Betriebsleiter bei AMANDUS KAHL. Die Mission, eine neue Basis für künftiges Wachstum zu schaffen, ist gelungen: Das Unternehmen hat seinen Output nahezu verdoppelt. Gleichzeitig wurde die Durchlaufzeit der Matrizenproduktion von ehemals 28 Wochen auf acht bis zehn Wochen verkürzt.
Fast Lane und Tieflochbohrung: Neue Anlagen steigern die Effizienz
Ein zentrales Element der Neuausrichtung ist die Aufteilung der Fertigung in zwei spezialisierte Bereiche: die Standard-Fließfertigung für das Tagesgeschäft und eine Fast Lane für zeitkritische Anfragen. Durch die Einführung eines One-Piece-Flows in dieser Fast Lane können Werkzeuge nun in Losgröße eins effizient produziert werden. Die Fast Lane besteht aus drei zusätzlichen Maschinen, die für Notfälle freigehalten werden.
Im Zuge der Modernisierung wurde mehr als die Hälfte der Maschinen ausgetauscht und durch schnellere und leistungsfähigere Modelle ersetzt. Beispielsweise beschleunigen nun zwei leistungsstarke 8-Spindler die Bohrung der Matrizen und in der neuen automatisierten Kollerstraße sorgen vier neue Maschinen und ein leistungsstarker Roboter für einen reibungslosen Prozess vom Rohling zur fertigen Kollerrolle. Zusätzliche neue Verfahren erhöhen nicht nur die Kapazität, sondern verbessern auch die Qualität. So setzt AMANDUS KAHL statt des bisherigen spiralisierten Bohrens unter Kühlwasser nun auf das Tieflochbohren unter Öl. Dieses Verfahren ermöglicht eine glattere Oberfläche der Bohrungen, wodurch die Matrize deutlich schneller ihre volle Leistungsfähigkeit im Anfahrprozess erreicht. Da das verwendete Öl im Gegensatz zu Kühlwasser nicht gewechselt sondern sich in einem Kreislauf befindet, haben wir einen großen Schritt zur nachhaltigeren Produktion- und einer umweltschonenden Verwendung von Betriebsmitteln beigetragen. Weitere wichtige Investitionen für die Qualitätsverbesserung, wie ein chemisches Analysegerät, das die Rohmaterialien vor der Verarbeitung auf ihre Zusammensetzung prüft, wurden ebenfalls getätigt.
Smarte Logistik und redundante Maschinen garantieren Lieferpünktlichkeit
Integraler Bestandteil der Modernisierung ist auch die Implementierung eines neuen Logistikkonzeptes. Ein KI-gestütztes System sorgt nun dafür, dass alle Aufträge in der optimalen Reihenfolge abgearbeitet werden, um die Liefertermine der Kunden zuverlässig einzuhalten. Transparenz und Effizienz im Produktionsablauf konnten so deutlich gesteigert werden.
Kürzere Lieferzeiten garantiert AMANDUS KAHL zudem durch ein verringertes Ausfallrisiko. Dies wird zum einen durch eine vorausschauende Lagerhaltung gewährleistet. Indem das Unternehmen das Rohmaterial für alle Matrizen und die gängigsten Koller immer vorrätig hat, kann es schnell auf Aufträge reagieren. Zum anderen wurden alle Produktionsmaschinen in doppelter Ausführung angeschafft, sodass bei einem Defekt auf eine baugleiche Maschine zurückgegriffen werden kann. Diese Flexibilität spiegelt sich auch im Personalbereich wider: Die Mitarbeitenden wurden in der Bedienung der verschiedenen Maschinen geschult und können so bei Personalausfällen problemlos einspringen.
Bereits jetzt sind die Auswirkungen dieser umfangreichen Maßnahmen spürbar. Jörn Meyer ist überzeugt, dass sie sich langfristig auszahlen werden: „Die ersten Rückmeldungen von Kunden sind durchweg positiv: Die Matrizen von AMANDUS KAHL laufen schneller und effizienter an, wie unsere Kunden bestätigen. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss in die Modernisierung seines Unternehmens investieren – erst recht in diesen schnelllebigen Zeiten.“